Schlafsterne sind ein Arzneimittel mit müde-machenden Eigenschaften, das zu den sog. Antihistaminika / Sedativa gehört.
Anwendungsgebiete
Schlafsterne werden angewendet bei medikamentös behandlungsbedürftigen Ein- und Durchschlafstörungen.
Aktive Wirkstoffe
1 Tablette enthält 30 mg Doxylaminsuccinat.
Hilfsstoffe
Die sonstigen Bestandteile sind:Lactose-Monohydrat, Maisstärke, Talkum, Cellulosepulver, Magnesiumstearat (Ph. Eur.), hochdisperses Siliciumdioxid, Copovidon.
Anwendung & Dosierung
Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau wie in dieser Packungsbeilage beschrieben bzw. genaunach der mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Apotheker/-in getroffenen Absprache ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arztoder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.
Soweit nicht anders verordnet, nehmen Erwachsene 1-2 Tabletten täglich vor dem Schlafengehen.Bei stärkeren Schlafstörungen können als Höchstdosis 2 Tabletten (entsprechend 60 mg Doxylaminsuccinat) eingenommen werden.
Art der Anwendung
Die Tabletten werden unzerkaut mit einem Glas Wasser ½ bis 1 Stunde vor dem Schlafengeheneingenommen.
Es ist darauf zu achten, daß nach der Einnahme von Schlafsternen für eine ausreichende Schlafdauergesorgt wird, um eine Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens am folgenden Morgen zu vermeiden.
Dauer der Anwendung
Bei akuten Schlafstörungen ist die Behandlung möglichst auf Einzelgaben zu beschränken. Um beichronischen Schlafstörungen die Notwendigkeit einer fortgesetzten Anwendung zu überprüfen, solltenach zweiwöchiger täglicher Einnahme die Dosis schrittweise reduziert oder abgesetzt werden.
Bitte sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Apotheker/-in, wenn Sie den Eindruck haben, daß die Wirkungder Schlafsterne zu stark oder zu schwach ist.
Schwangerschaft & Stillzeit
Schwangerschaft
Schlafsterne sollen während der Schwangerschaft nur auf ausdrückliche Anweisung des Arztes eingenommen werden.
Stillzeit
Da der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht, soll das Stillen für die Dauer der Behandlung unter brochen werden.
Gegenanzeigen
Schlafsterne dürfen nicht eingenommen werden bei
- bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Doxylamin oder anderen Antihistaminika
- akutem Asthma-Anfall
- grünem Star (Engwinkel-Glaukom)
- Nebennieren-Tumor (Phäochromozytom
- Vergrößerung der Vorsteherdrüse (Prostata-Hypertrophie) mit Restharnbildung
- akuter Vergiftung durch Alkohol, Schlaf- oder Schmerzmittel sowie Psychopharmaka (Neuroleptika, Tranquilizer, Antidepressiva, Lithium)
- Anfallsleiden
- gleichzeitiger Behandlung mit Hemmstoffen der Monoaminoxidase.
Kinder und Jugendliche sollen nicht mit Schlafsternen behandelt werden.
Wechselwirkungen
Bitte informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Apotheker/-in, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andereArzneimittel einzunehmen/anzuwenden.
Bei gleichzeitiger Anwendung anderer zentral wirksamer Arzneimittel (wie Psychopharmaka,Schlafmittel, Schmerzmittel, Narkosemittel, Mittel zur Behandlung von Anfallsleiden) kann es zueiner wechselseitigen Verstärkung der Wirkung kommen. Dies gilt insbesondere für gleichzeitigenAlkoholgenuß, wodurch die Wirkungen der Schlafsterne in nicht vorhersehbarer Weise verändertund verstärkt werden können.
Bei gleichzeitiger Gabe von Schlafsternen und Phenytoin, einem Arzneimittel zur Behandlung vonAnfallsleiden, wird die Phenytoin-Wirkung abgeschwächt.
Die anticholinerge Wirkung von Schlafsternen kann durch die gleichzeitige Gabe von anderenSubstanzen mit anticholinergen Wirkungen (z. B. Biperidin, einem Arzneimittel zur Behandlung der Parkinsonschen Krankheit; trizyklischen Antidepressiva) in nicht vorhersehbarer Weise verstärktwerden. Durch gleichzeitige Einnahme von Hemmstoffen der Monoaminoxidase, die zur Behandlungvon Depressionen eingesetzt werden, kann die anticholinerge Wirkung von Schlafsternen ebenfallsverstärkt werden. Dies kann sich durch eine lebensbedrohliche Darmlähmung, Harnverhalten oder eine akute Erhöhung des Augeninnendruckes äußern. Durch gleichzeitige Anwendung mitHemmstoffen der Monoaminoxidase kann es außerdem zum Abfall des Blutdruckes und einerverstärkten Funktionseinschränkung des zentralen Nervensystems und der Atmung kommen. Ausdiesen Gründen dürfen beide Substanzen nicht gleichzeitig zur Therapie eingesetzt werden.
Die Anwendung von Arzneimitteln gegen hohen Blutdruck, die auf das zentrale Nervensystem wirken (wie Guanabenz, Clonidin, Alpha-Methyldopa) zusammen mit Schlafsternen kann zu ver stärkter Müdigkeit und Mattigkeit führen.
Die Wirkung von Neuroleptika kann bei gleichzeitiger Anwendung von Schlafsternen abgeschwächt sein.
Unter einer Behandlung mit Schlafsternen oder anderen Antihistaminika können Symptome einer beginnenden Schädigung des Innenohres, die durch andere Arzneimittel (z. B.Aminoglykosid-Antibiotika, einige Schmerzmittel, einige harntreibende Mittel) ausgelöst wurde,abgeschwächt sein.
Das Ergebnis von Hauttests kann unter einer Therapie mit Schlafsternen verfälscht sein (falschnegativ).
Epinephrin sollte nicht zusammen mit Schlafsternen verabreicht werden (Gefäßerweiterung, Blutdruckabfall, beschleunigte Herzfrequenz).
Beachten Sie bitte, daß diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten können.
Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen
Bitte sprechen Sie in folgenden Fällen mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Apotheker/-in, bevor Sie Schlafsterne einnehmen:
- bei eingeschränkter Leberfunktion
- Vorschädigung des Herzens und Bluthochdruck
- chronischen Atembeschwerden und Asthma
- unzureichendem Verschluß des Mageneingangs mit Rückfluß von Nahrung in die Speiseröhre (gastro-oesophagealer Reflux).
Besondere Vorsicht ist geboten bei Patienten mit neurologisch erkennbaren Hirnschäden in derGroßhirnrinde und Krampfanfällen in der Vorgeschichte, da bereits durch die Gabe von kleinenDosen große Krampfanfälle ausgelöst werden können.
Mögliche Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht beijedem auftreten müssen.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:
Sehr häufig: mehr als 1 von 10 Behandelten
Häufig: weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten
Gelegentlich: weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1000 Behandelten
Selten: weniger als 1 von 1000, aber mehr als 1 von 10.000 Behandelten
Sehr selten: weniger als 1 von 10.000 Behandelten oder unbekannt
In Abhängigkeit von der Empfindlichkeit des einzelnen Patienten und der eingenommenen Dosiskönnen folgende Nebenwirkungen auftreten:
Müdigkeit, Schläfrigkeit, Mattigkeit, Schwindelgefühl, Benommenheit, verlängerte Reaktionszeit,Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, Depressionen, Muskelschwäche, Ohrensausen.
Außerdem besteht die Möglichkeit des Auftretens sogenannter „paradoxer“ Reaktionen wie Unruhe,Erregung, Spannung, Schlaflosigkeit, Alpträume, Verwirrtheit, Halluzinationen, Zittern. In seltenenFällen können Krampfanfälle des Gehirns auftreten.
Begleitwirkungen am vegetativen Nervensystem wie verschwommenes Sehen, Mundtrockenheit, Gefühl der verstopften Nase, Erhöhung des Augeninnendruckes, Verstopfung und Störungen beimWasserlassen können auftreten, ebenso Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit oderAppetitzunahme, Schmerzen im Bereich des Magens. Sehr selten kann es zu einer lebensbedrohlichen Darmlähmung kommen.
Beschleunigung des Herzschlages, Unregelmäßigkeit des Herzschlages, Abfall oder Anstieg desBlutdruckes und Zunahme einer bestehenden Herzleistungsschwäche können auftreten. EKG-Veränderungen wurden beobachtet.
Zu einer Beeinträchtigung der Atemfunktion kann es durch Eindickung von Schleim und durchVerlegung oder Engstellung von Bronchien kommen.
Über allergische Hautreaktionen und Lichtempfindlichkeit der Haut (direkte Sonneneinstrahlungmeiden!) unter der Therapie mit Antihistaminika ist berichtet worden, ferner über Leberfunktionsstörungen (cholestatischer Ikterus) und über Störungen der Körpertemperaturregulierung.
Blutzellschäden können in Ausnahmefällen vorkommen.
Bei Patienten mit Nebennieren-Tumor (Phäochromozytom) kann es durch die Gabe von Antihistaminika, zu denen das vorliegende Arzneimittel gehört, zu einer Freisetzung von Substanzen aus demTumor kommen, die eine sehr starke Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System haben.
Nach längerfristiger täglicher Anwendung können durch plötzliches Absetzen der Therapie Schlafstörungen wieder verstärkt auftreten.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Nicht über 30°C lagern.
Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf der Blisterpackung bzw. der Faltschachtel nach -verwendbar bis- angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich aufden letzten Tag des Monats.
Pflichttext
Anwendungsgebiete:Zum Ein- und Durchschlafen. Wirkstoff – Eine Tablette enthält:30 mg Doxylaminsuccinat Schlafmittel sollten nur vorübergehend zur Überbrückung schlafgestörter Phasen eingesetzt werden. Suchen Sie bei längerandauernden Schlafstörungen einen Arzt auf.










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